Institutskolloquium Frühjahrssemester 2021

Donnerstag, 17.15 - 18.00 Uhr
Findet online über Zoom statt (Zoom-Link folgt per E-Mail)

01.04.2021 

Prof. Dr. Niall Bolger (Columbia University, New York)
“Causal Processes in Psychology are Heterogeneous”

15.04.2021 

Prof. em. Dr. Neil Malamuth (University of California, Los Angeles)
“Testing the Four Pillars of the Confluence Model of Sexual Violence Perpetration”

22.04.2021

Dr. Andrea Horn (Universität Zürich)
“Gegen die «lone man against the elements» Sichtweise: Emotionsregulation als Wechselspiel von intra- und interpersonellen Prozessen ”

20.05.2021 

Dr. Matthias Ertl (Universität Bern)
“Der vergessene Gleichgewichtssinn”

 

Prof. Dr. Niall Bolger: Causal Processes in Psychology are Heterogeneous

All experimenters know that subjects do not respond uniformly to experimental treatments. Yet, theories and practices in psychology typically ignore this heterogeneity or treat it as error. Using data from multiple repeated-measures experiments, I will illustrate in this talk the importance of experimental effect heterogeneity for theory, methods, analysis, and best research practices.

 

Prof. Dr. Neil Malamuth: Testing the Four Pillars of the Confluence Model of Sexual Violence Perpetration

In this presentation I will present recent findings that are part of a research program on the characteristics of sexually violent men who have not been convicted of a crime. The objective of this research has been to test the four key pillars of the Confluence Model. The first key pillar posits the interaction of Hostile Masculinity and Impersonal Sex constellation of characteristics as core risk predictors.   The second pillar entails a “mediated structure” wherein the impact of more general risk factors is mediated via those specific to aggression against women. The third pillar comprises a single latent factor underlying various types of sexual violence. The fourth pillar expands the core model by including the secondary risk factors of lower empathy, peer factors, extreme pornography use, and participation in alcohol parties.   In the most current study (currently in press) an ethnically diverse sample of 1,148 male students from thirteen U.S. colleges and universities completed a comprehensive survey that assessed the hypothesized risk factors and self-reported non-contact sexual offenses, contact sexual coercion and contact sexual aggression. This study yielded data supporting all four key pillars.  The findings will be discussed in the context of current interventions designed to reduce sexual violence.

Dr. Andrea Horn: Gegen die «lone man against the elements» Sichtweise: Emotionsregulation als Wechselspiel von intra- und interpersonellen Prozessen

Adaptive Emotionsregulation ist ein basaler Prozess für die Aufrechterhaltung von individuellem and sozialen Wohlbefinden. Sie beinhaltet intra- und interpersonelle Prozesse, die oft getrennt voneinander untersucht werden. In diesem Vortrag werde ich neuere Arbeiten vorstellen, die einer interpersonelle Perspektive auf die Emotionsregulation folgen und versuchen, das Zusammenspiel von intra- und interpersoneller Emotionsregulation bei Personen und Paaren zu untersuchen, die mit den Herausforderungen des Lebens ringen - von täglichem Stress, Multimorbidität, Ruhestand bis zur Pandemie.

Dr. Matthias Ertl: Der vergessene Gleichgewichtssinn

Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten - Diese fünf Sinne wurden schon von Demokrit und Aristoteles beschrieben und sind auch heute bereits Grundschülern ein Begriff. Menschen besitzen jedoch noch eine Reihe weiterer Sinne, ohne die das zielgerichtete Agieren mit der Umwelt nicht möglich wäre. Das Vestibularorgan im Innenohr detektiert Beschleunigungen und ermöglicht dadurch komplizierte Manöver wie den aufrechten Gang oder das Stabilisieren eines Bildes auf der Retina während Eigenbewegungen. Obwohl der Gleichgewichtssinn für viele Tätigkeiten essenziell ist, ist über die kortikale Verarbeitung von Gleichgewichtsinformationen und deren Beitrag zu kognitiven Prozessen relativ wenig bekannt.

Der Vortrag gibt einen Überblick über das kortikale vestibuläre System und beleuchtet mögliche Gründe für das vergleichsweise geringe Wissen über dieses System. Weiterhin werden Verbindungen zwischen dem Ausfall des vestibulären Systems und kognitiven Defiziten aufgezeigt. Zum Schluss wird noch auf die Rolle von Gleichgewichtsinformation im Kontext von vorgestellten Körperbewegungen eingegangen.