Institutskolloquium Herbstsemester 2019

Donnerstag, 17.15 - 18.00 Uhr
Fabrikstrasse 8, Raum B 306
mit anschliessender Diskussion und Apéro

31.10.2019

Prof. Dr. Sonja Rohrmann: " Das Impostor-Selbstkonzept: Tief stapeln aber hoch fliegen!"
Goethe Universität Frankfurt

14.11.2019  Beginn Vortrag 16.30 Uhr!

Prof. Dr. rer. nat. Grit Hein: "Empathie und seine Wechselwirkung mit anderen prosozialen Motiven"
Universität Würzburg

28.11.2019

Prof. Dr. Felix Wichmann: "Object recognition in man and machine"
Universität Tübingen

 

 

Prof. Dr. Sonja Rohrmann: Das Impostor-Selbstkonzept: Tief stapeln aber hoch fliegen! 

Personen mit Impostor-Selbstkonzept sind äußerst begabt, erfolgreich und werden von anderen hochanerkannt, haben aber trotzdem das Gefühl, eigentlich gar nicht kompetent zu sein. Sie leben in ständiger Angst vor Versagen und der Entlarvung durch andere als Hochstapler, wenn diese den vermeintlichen Schwindel erkennen. Der Vortrag befasst sich mit den Merkmalen des Impostor-Selbstkonzepts, seiner Erfassung, seiner Verbreitung, seiner Entwicklung, seinen Zusammenhängen mit anderen Persönlichkeitsmerkmalen und seinen Auswirkungen. Schließlich wird der Frage nachgegangen, wie man dem Hochstapler-Selbstkonzept begegnen kann und wie es gelingen kann, die eigenen Kompetenzen realistisch einzuschätzen, Selbstzweifeln zu begegnen und den wohlverdienten Erfolg endlich genießen zu können statt hierunter zu leiden.

In einer Gesellschaft, in der Versagensangst, Selbstzweifel oder auch eine allgemeine emotionale Überlastung besonders unter beruflich erfolgreichen Personen nicht kommuniziert werden, aber offenbar den „Geist der Zeit“ darstellen, scheint es notwendig, sich mit diesem Thema intensiver zu befassen.

Prof. Dr. rer. nat. Grit Hein: Empathie und seine Wechselwirkung mit anderen prosozialen Motiven 

Prosoziales Verhalten kann durch verschiedene soziale Motive getrieben sein bzw. angeregt werden. Beispielsweise kann hinter der Entscheidung, einer anderen Person zu helfen, entweder ein empathisches Motiv, ein kollektivistisches Motiv, eine soziale Norm oder gar ein egoistisches Motiv stehen. Die meisten prosozialen Handlungen werden von einer

Kombination verschiedener Motive getrieben, welche sich potentiell gegenseitig beeinflussen. Im Vordergrund meines Vortrags steht die Empathie, welche als eine der stärksten prosozialen Motive gilt. Ich stelle unsere Studien vor, welche die behavioralen und neuronalen Korrelate von Empathie beleuchten und erste Einblicke in die Wechselwirkung von Empathie mit anderen sozialen Motive geben. Diese Einblicke werden durch eine Kombination von behavioralen und neurowissenschaftlichen Methoden möglich. Der Vortrag stellt diese Ansätze methodisch detailliert vor und beleuchtet ihrer Potentiale und Limitationen.

Prof. Dr. Felix Wichmann: Object recognition in man and machine 

Convolutional neural networks (CNNs) have been proposed as computational models for (rapid) human object recognition and the (feedforward-component) of the primate ventral stream. The usefulness of CNNs as such models obviously depends on the degree of similarity they share with human visual processing. In my talk I will discuss two major differences between human vision and currently used standard CNNs: First distortion robustness---CNNs fail to cope with novel, previously unseen distortions. Second texture bias---unlike humans, standard CNNs primarily recognise objects by texture rather than shape.
However, both differences between humans and CNNs can be overcome: we created a suitable dataset which induces a human-like shape bias in CNNs during training. This resulted in an emerging human-level distortion robustness in CNNs. Taken together, our experiments highlight how key differences between human and machine vision can be harnessed to improve CNN robustness by inducing a human-like bias---and thus make CNNs more similar to the human visual system.  I will discuss the remaining behavioural differences between CNNs and humans in object recognition in terms of architectural and training discrepancies.